Blutegeltherapie


Wirkung der Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie beruht auf einem Jahrhunderte alten Erfahrungsschatz. Schon die Ägypter der Pharaonenzeit kannten ihre heilende Wirkung. Früher wurde diese Wirksamkeit auf den Blutentzug (Aderlass) zurückgeführt, heute wird dieser Aspekt eher zweitrangig bewertet. Das entscheidende Therapieprinzip besteht in den Wirkstoffen, die der Blutegel während des Saugens abgibt. Sein Sekret besteht aus über 30 verschiedenen Substanzen, von denen nur 8 bisher gründlich erforscht worden sind. Dies sind Stoffe, die Entzündungen beschwichtigen, das Blut verdünnen und damit besser fließen lassen und dadurch das Gewebe entlasten ( Auflösung gestauter Bereiche). Durch die Blutegeltherapie wird der Lymphfluss angeregt. Ablagerungen in den Lymphgefäßen werden entfernt, sodass die Lymphe wieder besser fließen kann. Das Haupteinsatzgebiet sind venöse Stauungen. Eine gewünschte Entgiftung und Ausleitung wird mit Blutegeln unterstützt.

Welche Beschwerden können mit Blutegeln behandelt werden?

Bei vielen Erkrankungen, bei denen Durchblutungsstörungen und/oder Entzündungen bestehen, lassen sich Blutegel einsetzen. Zum Beispiel bei:

  • akuten und chronischen Gelenkschmerzen (Kniegelenks-, Daumensattelarthrose)
  • Krampfadern / Besenreisern / Geschwüren / oberflächlicher Venenentzündung
  • Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen (Tennisellbogen, Golfarm)
  • Bluthochdruck (unterstützende Behandlung)
  • Rheumatischen Erkrankungen
  • akuten Gicht-Anfällen
  • Mittelohrentzündungen / Tinnitus
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Furunkel / Karbunkel / Abszesse
  • Wirbelsäulen- und Kreuzbeinsyndrome
  • Durchblutungsstörungen nach Haut- und Gewebetransplantationen
  • Schwellungen / hartnäckige Hämatome nach OP / Ulcera

Wie wird die Blutegeltherapie durchgeführt

Eine Behandlung dauert zwischen 60 und 90 Minuten. Der Blutegel wird an die ausgewählte Stelle angesetzt, saugt sich fest und sägt sich mit seinen Kalkzähnchen vorsichtig in die Haut ein. Das wird häufig als Kribbeln empfunden. Während des Saugvorgangs, der 15 bis 90 Minuten dauern kann, leitet der Egel sein Sekret ins Gewebe ein und fällt von alleine ab, wenn er sich vollständig verausgabt hat. Die kleine Bisswunde blutet über 8 bis 12 Stunden nach, weil sie durch den im Egelsekret enthaltenen Wirkstoff Calin offen gehalten wird. Diese Nachblutung gehört zum gewünschten Effekt der Behandlung dazu und ist wichtig für die Heilung, weil sie neben dem Abtransport von Schlacken auch zur Selbstreinigung der Wunde beiträgt. Während dieser Zeit muss die Wunde mit sterilem Verbandsmaterial abgedeckt werden und sollte von der täglichen Körperpflege ausgespart bleiben.Wichtig ist, dass der sterile Verband am Folgetag noch einmal gewechselt wird. Dazu werden Sie zur Wundkontrolle mit Verbandswechsel in unsere Praxis bestellt. Danach genügen bei komplikationsloser Abheilung einfache Pflaster für einige Tage, bis die Wundkruste abgefallen ist. Solange sollten die Wundbereiche geschont werden (Ruhe, weite Kleidung). Der gewünschte Effekt der Behandlung tritt unmittelbar ein und hält oft über mehrere Wochen an.

Woher stammen die Blutegel?

In dieser Praxis werden nur Blutegel verwendet, die aus der zertifizierten Biebertaler Blutegelzucht GmbH stammen,. Sie sind als Fertigarzneimittel mit Pharmazentralnummer eingestuft und unterliegen den gleichen Anforderungen an Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit, die an alle zulassungspflichtigen Arzneimittel gestellt werden.